01.01.11

Be-swingt in den Abend: zauberhafte Musik-Comedy mit Julia Kempken, Hilde Pohl und Yogo Pausch

„…wozu verbringst Du den Abend allein, lass doch bis morgen die Sorgen mal sein: ich hab ne Prachtidee – komm mit ins Cabaret!...

Genauso kam es, genauso war es: ein kunterbunter, komödiantischer, kabarettistischer Wirbel, musikalisch brillant umgesetzt, führte die zahlreichen Besucher ins Cabaret: mit den steppenden, swingenden Musikern der Nürnberger Cabaret-Szene: einer großartigen, steppenden und singenden Julia Kempken, einer unglaublichen Pianistin Hilde Pohl (die wilde Hilde) und eines entfesselt aufspielenden Trommlers Yogo Pausch. Garantiert beste, kurzweiligste Unterhaltung!

Hilde Pohl u. Julia Kempken

 

Es begann schon mit einem rotem Feuerwerk – be-swingt eröffnete Julia Kempken mit einem Medley aus „Cabaret“, klaute sich einen Evergreen von den Comedian Harmonists vom „Lenz, dem die ganze Welt mit Swing zu Füßen liegt“ und steppte, immer wieder von Szenenbeifall unterbrochen, über die Bühne – Sie hat wahrhaftig „Swing and Rhythm“ im Blut! Dazwischen gab Yogo Pausch eines seiner unnachahmlichen Percussion-Soli: dieser Mann kann wahrlich allem ein Geräusch entlocken – hier spielte er, wie er es augenzwinkernd zur Freude der Besucher nannte, im eigenen Gesicht sein „Schellen-Solo“.

Die Super-Swing-Konzertpianistin Hilde Pohl haute in ihrem furiosen Klavierpart Beethovens „Wut über den verlorenen Euro, pardon Groschen“ in atemberaubendem Tempo in die Tasten, unterstützt von ihrem trommelnden Feuerwerker. Dazwischen zitierte sie im Bossa Nova Tempo zur allgemeinen Gaudi „für Elise“, bevor sie mit den Brahmsschen „ungarischen Tänzen“ loslegte… mit richtig harten Beats von Yogo Pausch kontrapunktiert. Wunderschöne Läufe blitzten am Klavier auf – hier kam wahrhaft „Kunst von Können“!

Julia Kempken hatte als Irish Dance steppendes Burlesque-Schaf ihren „Großen Auftritt“ – langbeinig schwarzbestrumpft mit dickem Schaffell, die Beine lasziv mal kurz oben aufs Klavier gelegt, um – Burlesque! – sich peu-à-peu Ihres Schaffells zu entledigen, bevor sie zum Abschluss ihres zwerchfellerschütternden Striptease bunnymäßig die BH-Troddeln schwingen ließ.

 

alle drei Künstler

Nach der Pause kehrte sie als „Fräuleinwunder“ Tante Hilde aus Oberhausen mit Vorbiss im 50iger Jahre-Look schwadronierend zurück, um dann auf dem Schoß des Bürgermeisters die perfekte Verwandlung von der Oma zur Diva zu vollziehen. Verführerisch in rotem Outfit mit samtigem Timbre schwärmte sie von „der Nacht voller Seligkeit“, lud die Herren in „die Bar zum Krokodil“ am Nil ein (allein schon ihr verruchtes Handschuh-Aus-ziehen…): ein Wirklichkeit gewordener Männertraum ….

Im anschließenden Ritt in die Western-Dämmerung nahm Yogo Pausch als perfekter Geräuschimitator die Zuhörer mit aufs Pferd und unter den Galgen…“spiel mir das Lied vom Tode“ – dabei hatte doch mit Hilde Pohl alles begonnen als Schilderung eines „Abends zu Zweit auf dem Sofa“ !

 

Jogo Pausch

Die phantastische Pianistin Hilde Pohl glänzte mit einer Extra-Einlage Spontan-Impro: von den zahlreichen Besucher-Wunschmelodien brachte sie – mit dem genial rhythmisch begleitenden Yogo Pausch - noch 9 in einem einmaligen Medley unter: In der „Mertinger Frühlingssinfonie“ vereinigte sie Bachs „Air“ mit „We will rock you“ und der „Nussknackersuite“ mit „strangers in the night“ und aus Rigolette „o wie so trügerisch….“, um über „As time goes bye“ wieder zum „Air“ zurückzukehren – verjazzt, klassisch, verswingt - mit einem Wort: mitreißend! Einer zauberhaften, mit verrucht-verrauchter Stimme singenden Julia Kempken blieb es, den Abend ausklingen zu lassen mit Musical- und Cabaret-Chansons vom feinsten, bevor das begeisterte Publikum mit der Zugabe vom „Mr. Sandman“ dann endgültig aus dem Saal geleitet wurde.

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Flyer 15.01.2011 (275,40 kB)