17.06.10

Die Donauwörther Zeitung zum Konzert am 12.06.2010

Eine Sternstunde in der Kirche St. Vitus, Druisheim

Mezzosopranistin und Harfenistin begeistern mit internationalem Liedgut

Liedkunst in Vollendung: So großartig, so vollendet hatte sich keiner das Konzert der jungen Mezzosopranistin Anna Lapkovskaja und ihrer Begleiterin, der Kaisheimer Harfenistin Feodora Johanna Gabler vorstellen können. „Auf den Flügeln des Gesanges“, eine ästhetische Harmonie von Klang und Raum entstand in diesem Liederabend in der lichtdurchfluteten Druisheimer Rokoko-Kirche. Wieder einmal gelang in diesem Kirchenjuwel schönste räumliche und stimmliche Übereinstimmung. Mit einem Liederabend, abgestimmt auf den Aufführungsort, stellten sich die beiden jungen, hochbegabten Frauen vor.

Eine Stimme, die die ganze Kirche ausfüllt

Lieder aus Klassik und Romantik deutscher, russischer, französischer und spanischer Komponisten, aber eben auch Lobpreisungen der Gottesmutter aus allen Zeiten bestimmten das Programm. Eine kleine Weltreise, kurzweilig und kenntnisreich, wurde von Feodora Gabler vorgestellt.

Anna Lapkovskaja sang mit dunkel timbriertem, voluminösem, samtigem, wunderbar farbenreichem Mezzosopran – ihr gelang es mühelos, mit „Sehnsucht nach dem Frühling: Die linden Lüfte sind erwacht“ so sehnsuchtsvoll, und so triumphierend, wie es diesem schönen Frühlingstag zukam, die zahlreichen Besucher einzustimmen. Mignons sehnsuchtsvolle Klage, das nur vordergründig fröhliche „Heideröslein“ – Franz Schuberts Musik wurde facettenreich, betörend und eindrucksvoll vorgetragen.
Jeden Winkel des Gotteshauses füllte diese große Stimme, auf den einmal zurückhaltenden, ein anderes Mal die Führung übernehmenden Harfenklang gebettet. Vortrag und Liedgestaltung entsprachen höchsten Ansprüchen. Die dazwischen gestreuten Harfensoli von Camille Saint-Saens und Gabriel Fauré, Stücke, die der Harfenistin technisch und musikalisch alles abverlangen an Klangwellen, Akkorden, Glissandi, an Stimmschichtungen und Dynamik, brillant vorgetragen von der phantastisch aufspielenden Feodora Gabler, die den Reichtum des Farbenklanges dieses königlichen Instrumentes zu illustrieren geeignet waren, klangen wunderbar stimmig im Kirchenraum. Gabler spielte auf ihrer Salvi-Konzertharfe, die in Fachkreisen als „Trauminstrument“ gilt.

Publikum fordert zwei Zugaben

Mit den fast opernhaft voluminösen, seelenvollen Liedern Igor Rybakovs und Nikolei Rimski-Korsakovs (Vertonungen von M. Lermontov und A.N. Tolstoi) stellte Lapkovskaja Klänge ihrer Heimat und mit Manuel de Fallas Wiegenlied, „Jota“ und „Nana“ beeindruckend das spanische Kunstlied vor. Felix Mendelsohn-Bartholdy („Auf den Flügeln des Gesanges“) und W.A. Mozart („Das Veilchen“, „Abend-stimmung“) folgten, klangschön und anmutig vorgetragen. Mit L. Cherubinis und J.S. Bachs/ Ch. Gounods „Ave Maria“ sangen und spielten die beiden Ausnahmekünstlerinnen Perlen der Kirchenmusik. Nach dem „Ave Maria“ von Franz Schubert als Zugabe war den Künstlerinnen und der Programmgestaltung Zustimmung sicher. Langen, jubelnden Applaus spendeten die begeisterten Zuhörer; vor einer zweiten Zugabe war keiner zu gehen gewillt. Mit der Wiederholung des spanischen Wiegenlieds endete ein Konzert, das Maßstäbe zu setzen geeignet ist.

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