
Kammerkonzert mit dem Vuillaume-Trio München am 22.01.2010
Donauwörther Zeitung vom 26.01.2010
Mitreißend, packend und energisch
Das Vuillaume-Trio begeisterte in der Schulaula
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Längst sind die Konzerte des Kulturkreises Mertingen kein Geheimtipp mehr, sondern eine feste Größe in der regionalen Kulturszene. Bereits seit zehn Jahren organisiert Ulrike Hampp-Weigand die Veranstaltungen, stets auf der Suche nach Interpreten und besonders auch nach jungen Künstlern. Anlässlich dieses und eines persönlichen Jubiläums von Hampp-Weigand gastierte das renommierte Vuillaume-Trio in der festlich geschmückten Aula der Antonius-von-Steichele-Grundschule in Mertingen.
Zu Beginn intonierte das Ensemble mit Sylvia Eisermann, Violine, Michael Ruppert, Violoncello und Marcus Reißenweber, Klavier, ein Juwel des kammermusikalischen Schaffens von Joseph Haydn: Das Klaviertrio GDur, Hob. 25 mit dem berühmten Rondo all´Ongarese, in dem Anklängen an die Zigeunermusik und feuriges Temperament zutage traten.
Schwungvoll und anmutig interpretierte das Ensemble das Werk, elegant und ausgewogen im Zusammenklang, wobei sich die Geigen- und Cellostimme über dem Klavierklang kantabel und klangvoll entfalten konnte.
Etwas modernere Harmonien erklangen bei den „Vier Jahreszeiten von Buenos Aires“, vier Konzerttangos des argentinischen Komponisten Astor Piazolla, der den traditionellen argentinischen Tango durch Elemente des Jazz und der europäischen Kunstmusik des 20. Jahrhunderts weiterentwickelte, so dass Dissonanzen, kantige Melodieverläufe und Jazzharmonik in sein Werk Einzug hielten.
Eindrucksvoll umgesetzt
Dennoch sind seine Tangos geprägt von Leidenschaft, Dynamik und der Heftigkeit des traditionellen Tangos. Dies wusste auch das Vuillaume-Ensemble eindrucksvoll umzusetzen. Packend, kraftvoll und vital, dann wieder elegisch und fast melancholisch inszenierten die Musiker diese Konzerttangos. Auch im Hauptwerk des Abends, dem Klaviertrio dMoll, op. 49 von Felix Mendelssohn Bartholdy, überzeugte das Ensemble mit seiner Musikalität und Homogenität sowie seiner Transparenz auch bei Mendelssohns lang gezogenen melodischen Linien.
Bereits im ersten Satz spielten die Musiker leidenschaftlich, mit großem Ton und drängendem Impuls, um im 2. Satz lyrisch und gefühlvoll agieren zu können. Das Scherzo mit seiner pointierten Rhythmik erklang tänzerisch, der Finalsatz lebhaft in heitergeheimnisvoller Stimmung. Zwei Zugaben und lang anhalten der Applaus krönten das gelungene und niveauvolle Konzert.
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