Pink Moll - Auf der Bühne richtig ausgelebt
Kabarett - Markus Schimpp und Christine Gogolin begeistern als „PinkMoll“
Wie buchstabiert man PinkMoll am besten? „Phänomenal – Intelligent – Nicht zu übertreffen – Klasse – Mann o Mann – Olala! – Liebe? – Lachen garantiert!“ All das trifft zu – doch ins Detail: Samstagabend: Ein rosarotes Phänomen wirbelt über die Mertinger Schul-Aula-Bühne. Ein Grandseigneur der leichten Muse, ironisch verstehend, amüsiert verzeihend, begleitet am Piano: man glaubte Georg Kreisler, Friedrich Holländer oder Cläre Waldorf zu hören.
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Weltstadt-Cabaret vom Feinsten mit intelligenten, ironischen, balladesken Texten und mit wunderbar spöttischen Pointen unterlegt, boten Markus Schimpp und Partnerin Christine Gogolin in Mertingen. Der gebürtige Bäumenheimer legte ein wahres kabarettistisches Feuerwerk auf – und seine (Lebens-)Partnerin, die großartige Opernsängerin Christine Gogolin, verzauberte. Ein fantastisches Duo. Roter Faden waren, wie sich’s für den Anlass – Muttertag – auch anbietet, die ehelichen Katastrophen, hier eines Künstlerpaares. Und was für ein Chaos, so eine Opernsängerin, die dazu noch der eingebildeten Rivalin „Deborahhhh“ eifersüchtig Wirkung auf den Gatten unterstellt, anrichten kann.
Mit seinem augenzwinkernden Couplet vom „prächtigen Weib an seiner Seite“, stoisch vorgetragen, bereitet der im dekadenten Hausmantel malerisch am Flügel drapierte Markus Schimpp nicht auf das rosarote Stimmwunder vor, als das sich dieses Weib entpuppt. Mit der Arie der Rosina aus Giacomo Rossinis „Barbier von Sevilla“, einer der großen Arien der Opernliteratur, führt sie sich mit Grandezza und leuchtendem Sopran ein. Nebenbei macht sie „nur“ ihre Toilette, von den lockengewickelten Haaren übers Zähneputzen und Gesichtsmaske mit Gurkenscheiben und Beine enthaaren – und singt dabei keinen einzigen Ton dieser Bravourarie falsch ... und die zahlreichen Zuhörer jubelten.
Das Künstlerehepaar lebte seine Schrullen, Meisen und kleinen Zwistigkeiten auf der Bühne aus. Wenn dann Markus Schimpp noch klagte, „lasst mich nicht allein unter Frauen“, und sich dabei swingend am Klavier begleitete, war das Publikum ganz auf seiner Seite.
Abstecher in die zweite Sitzreihe
Mit ihrem Ausflug ins Publikum brachte die zickende Diva Gogolin das Auditorium zum Toben, und ein Herr in der zweiten Reihe musste möglicherweise seiner Gattin nach dem Konzert manches erklären, weil sie so gar nicht mehr von ihm lassen wollte. Als sie dann mit ihrem (rosa) Geier-Vogel-Käfig auf dem Kopf gar die Arie der „La Wally“ sang und Schimpp noch die Kerzen auf dem Tortenhut anzündete, lag das Publikum vor Lachen den beiden endgültig zu Füßen.
Zwei Zugaben erklatschten sich die begeisterten Zuhörer – und wurden mit dem muttertagsgerechten Fazit entlassen „Deine Meisen, meine Macken, ergänzen sich so wundervoll/Was wir auch tun, wir tun’s zusammen – das ist Liebe in Pink-Moll!“ Um Christine Gogolin zu zitieren (ihr Eintrag im Gästebuch): „Das Publikum war phantastisch - wir aber auch.“ Da gibt es nur eines: 100-prozentige Zustimmung.
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