
Druisheim
Schon die Kelten erkannten die Vorzüge
Druisheim liegt an der Schmutter unweit des Turenberges, den die Kelten um 500 v. Chr. zu einem befestigten Platz ausgebaut hatten. Hier bei den Burghöfen errichteten die Römer bald nach Christi Geburt zweimal hintereinander in der Zeit von 41 - 54 und 259/60 die bereits in der Geschichte Mertingens erwähnten Kastelle. Nach der alamannischen Landnahme erfolgte im 7. Jh. - wohl von der Urmark Mertingen aus - die Gründung Druisheims. Der Ortsname dürfte auf einen Siedler namens „Triuwin, Trowin“ oder „Troant“ zurückzuführen sein. Um 1000 baute der Ortsadel „derer von Druisheim“ eine Burg auf dem gleichen Geländesporn, wo einstmals das zweite Römerkastell stand. Als sichtbares Zeichen der Obrigkeit erstellte das Adelsgeschlecht, das als Familiennamen den Ortsnamen trug, im 11. Jh. in der Dorfmitte auf dem Gelände des früheren Pfarrgartens auch ein Schloss. Burg und Dorf gingen schon früh an die Pappenheimer über, wurden 1552 an die Fugger verkauft und gehörten seit 1652 dem Benediktinerkloster Holzen. Unter seiner Herrschaft erfolgte der Bau der schönen spätbarocken Kirche, ein Werk K. Radmillers. 1731 empfing die Pfarrkirche St. Vitus ihre Weihe. 1749 wurde auch die Kapelle „Mariä Sieben Schmerzen“ fertig gestellt. Die Fresken beider Gotteshäuser malte Matthäus Günther. 1796 zogen französische Truppen auf ihrem Marsch nach Österreich auch durch Druisheim. Raub und Plünderung suchten den Ort heim. Die Chronik von Kloster Holzen berichtet, dass man überall „solch große Kriegesfeuer sah, die einer Feuersbrunst ähnlich waren“. Nach der Säkularisierung 1802 fiel Druisheim an die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen und 1813 an die Grafen Fischler-Treuberg. 1848 tagte in Bayern ein „Reformlandtag“, der mit der königlichen Regierung die Grundherrschaft völlig beseitigte. Nach jahrhundertelanger stolzer Selbständigkeit schloß sich nach dem Willen der Regierung die Gemeinde Druisheim zum 1. Mai 1978 mit der Gemeinde Mertingen zusammen.
