Grundsteuerreform

Neuregelung der Grundsteuer

Die bisherige gesetzliche Regelung zur Bewertung von Grundstücken für Zwecke der Grundsteuer wurde vom Bundesverfassungsgericht im Jahre 2018 für verfassungswidrig erklärt. Daraufhin hat der Bayerische Landtag am 23. November 2021 zur Neuregelung der Grundsteuer ein eigenes Landesgrundsteuergesetz verabschiedet. Von 2025 an spielt in Bayern nicht mehr der Wert eines Grundstückes oder Gebäudes, sondern die Größe der Grundstücks- und Gebäudefläche eine Rolle.

 

Wie läuft das Verfahren ab?

 

Jeder Eigentümer muss im Zeitraum vom 01. Juli bis 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung abgeben. Die Anschreiben vom Finanzamt mit dem dafür erforderlichen (17-stelligen) Aktenzeichen werden derzeit aktuell für den Landkreis Donau-Ries in der Woche vom 2. bis 6. Mai verschickt. Pro Aktenzeichen ist eine eigene Erklärung abzugeben. Vom Finanzamt wird dann auf Basis der erklärten Angaben ein Grundsteuermessbescheid erstellt, der an den Eigentümer und an die Gemeinde verschickt wird. Der darin festgesetzte Grundsteuermessbetrag wird von der Gemeinde mit dem geltenden Hebesatz multipliziert und durch den sog. Grundsteuerbescheid den Eigentümern mitgeteilt. Der neue Grundsteuerbetrag ist ab dem Jahre 2025 zu bezahlen.

 

Was kommt auf die Bürger nun zu? 

      

Jeder (Mit-)Eigentümer eines Grundstückes, eines Wohnobjektes oder eines Betriebes der Land- und Forstwirtschaft ist verpflichtet, eine Grundsteuererklärung abzugeben. Für die Erklärung sind die Eigentumsverhältnisse und die tatsächlich baulichen Gegebenheiten zum Stichtag 01. Januar 2022 maßgeblich.

Ihre Grundsteuererklärung müssen Sie in der Zeit vom 01. Juli bis spätestens 31. Oktober 2022 abgeben:

  • elektronisch über das Portal ELSTER oder
  • auf papierhaften Vordrucken, die Sie in der Gemeindeverwaltung erhalten oder
  • per PDF – Formular auf grundsteuer.bayern.de ausfüllbar

 

Eigentum in anderen Bundesländern

 

Für Grundvermögen in anderen Bundesländern gelten andere Regelungen für die Erklärungsabgabe als in Bayern. Informationen hierzu sind unter www.grundsteuerreform.de zu finden.

 

Weitere Informationen und Unterstützung

 

Informationen und Videos, die beim Erstellen der Grundsteuererklärung unterstützen, sind auf www.grundsteuer.bayern.de sehr anschaulich zu finden. Zusätzlich gibt es bei der Bayerischen Steuerverwaltung unter 089/30700077 eine Hotline zur Klärung von Fragen zur Abgabe der Grundsteuererklärungen. Auf der nächsten Seite stehen weitere Einzelheiten und eine Erklärung verschiedener Begrifflichkeiten.

 

Als Ansprechpartnerin in der Gemeindeverwaltung steht Ihnen Frau Klimaschka unter Tel. 9600-15 zur Verfügung.

Informationen zur Abgabe der Grundsteuererklärung

Abgabe der Grundsteuererklärung

 

Im Portal ELSTER ist die Möglichkeit zur Grundsteuerabgabe ab 01. Juli freigeschaltet. Die papierhaften Vordrucke werden im Laufe des Monats Juni in der Gemeinde erhältlich sein. Ebenso werden die auf www.grundsteuer.bayern.de im PDF-Format ausfüllbaren Formulare in diesem Zeitraum (Juni) zur Verfügung stehen.

Welche Angaben sind zwingend notwendig

  • Aktenzeichen des Finanzamtes (oben links im Anschreiben)
  • Lage des Grundstückes (Adresse)
  • Grundbuchblatt / Gemarkung / Flurstücksnummer
  • Grundstücksgröße / Wohn- oder Nutzfläche                                                                                          
  • bei Wohneigentum: Eigentumsanteile / Größe des gesamten Grundstückes
  • Angabe aller Eigentümer mit der jeweiligen Steueridentitätsnummer / Steuernummer des Eigentümers

                                                               

Wo sind diese Angaben zu finden

 

Die erforderlichen Angaben sind in folgenden Unterlagen zu finden:

Grundbuchauszug / Auszug aus dem Liegenschaftskataster / notarieller Kauf- oder Übergabevertrag / Unterlagen im Zusammenhang mit einem Bauantrag   

Die Flurstücksdaten aus dem Liegenschaftskataster (Flurstücksnummer, Gemarkung, Ertragsmesszahl für Landwirte) sind vom 01. Juli bis 31. Dezember kostenlos im Internet veröffentlicht. Der Link dazu ist unter www.elster.de zu finden.

 

Betriebe der Land- und Forstwirtschaft

 

Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft wenden alle Bundesländer die Regelungen des Bundesmodells an. Für alle anderen privaten und gewerblichen Grundstücke gilt das eigene Ländergesetz für Bayern, das vom Bundesgesetz abweicht. Durch die im Bundesmodell beschlossene gesetzliche Neuregelung kommt es zu einer Aufteilung der bestehenden wirtschaftlichen Einheiten. Wohngebäude oder Gebäudeteile, die innerhalb einer land- und forstwirtschaftlichen genutzten Hofstelle Wohnzwecken dienen, sind mit ihren zugehörigen Freiflächen ab dem 1.1.2022 dem Bereich des Grundvermögens zuzurechnen. Sie werden aus dem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft herausgelöst und erhalten als eigenständige wirtschaftliche Einheit ein separates Aktenzeichen.

 

Entscheidend für die Betriebe der Land- und Forstwirtschaft ist der Ertragswert (Grundsteuerwert). Dieser wird vom Finanzamt auf Grundlage der Eigentumsflächen und der nutzungsabhängigen, pauschalen Faktoren berechnet.

Im Geoportal „Bayern Atlas“ werden die dazu erforderlichen Daten für jeden abrufbar zur Verfügung gestellt.

Der Betrieb einer Land- und Forstwirtschaft im Sinne des Bewertungsgesetzes setzt weder eine Mindestgröße noch eine Bewirtschaftung im Vollerwerb oder eine Selbstbewirtschaftung voraus. Auch einzelne (verpachtete) land- oder forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke können einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft darstellen.

 

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